Siemensianer fahren mit Autokorso zum Warnstreik

Einen Warnstreik anderer Art haben heute rund 200 Beschäftigte von Siemens Offenbach gemacht. Mit mehr als 55 Fahrzeugen fuhren sie heute von ihrem Standort zur gemeinsamen Warnstreikkundgebung mit dem Siemens-Schaltanlagenwerk nach Fechenheim. Dort wurden sie bereits von ebenfalls mehr als 200 Beschäftigten erwartet.

„Wir werden die Tarifrunde auch dazu nutzen, um den Erhalt der Arbeitsplätze bei Siemens in Offenbach weiter zu thematisieren“, sagte Marita Weber, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach. „Für viele Siemens-Beschäftigte aus Offenbach war dies heute der erste Warnstreik in ihrem Leben.“

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Öffentliche Weihnachtsfeier “Das Licht bleibt in Offenbach an!”

Glühwein, Kaffee und Tee waren ungewöhnliche Begleiter bei dem stilleren Protest vor dem Siemens-Gebäude. Ingrid Reidt von der katholischen Seelsorge übergab dem Betriebsratsvorsitzenden Matthias Tiessen ein “dauerhaftes Licht” für den Standort sowie fast 400 Unterschriften für die Erklärung. Pfarrerin Ingrid Schweigert sprach den Kolleginnen und Kollegen Mut zu, sich auch weiterhin zu wehren.
Die öffentliche Weihnachtsfeier wurde begleitet von der jungen Bläsergruppe der Mathildenschule und dem Duo Dirko Juchow und Manfred Pohlmann.

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Siemens-Beschäftigte demonstrierten in die Offenbacher Innenstadt

Rund 500 Beschäftigte zogen lautstark vom Siemens Standort Offenbach heute in die Offenbacher Innenstadt. Sie skandierten eins, zwei, drei, vier – unsere Arbeitsplätze bleiben hier. „In Zeiten von Digitalisierung verstehe ich überhaupt nicht, warum der Engineering-Standort Offenbach, also Forschung und Entwicklung, nicht da bleiben kann, wo die Menschen wohnen“, sagte Michael Rudolph, DGB-Bezirksvorsitzender Hessen-Thüringen. Thorsten Schäfer-Gümbel, SPD-Landesvorsitzender Hessen: „Die Dividende wird das Unternehmen nicht retten, sondern nur die Kompetenzen der Beschäftigten.“

Marita Weber, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach, sagte auf der Kundgebung: „Der Arbeitsplatzabbau bei Siemens macht gerade ‚Schule‘ bundesweit und wie man bei GE electric und Thyssen sehen kann. Wir werden gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aller Siemens-Standorte weiter um die Arbeitsplätze kämpfen.“

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Solidarität mit den Beschäftigten GE Mannheim

Gestern war ein schwarzer Tag für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von GE in Mannheim. Das ehemals stolze Werk in Mannheim Käfertal soll trotz hoher Gewinne kaputtschrumpfen. Von den derzeit noch 750 Mitarbeitern sollen 650 abgebaut werden. Wieder werden „Der Markt“ und „die Energiewende“ bemüht, um jeglichen Mangel an Perspektiven und sozialer Verantwortung zu rechtfertigen. Wie bei Siemens, ist auch der Power-Bereich von GE noch äußerst profitabel. Das Verhalten von Unternehmen wie Siemens und GE zeigt, dass soziale Verantwortungslosigkeit nicht ein Phänomen einzelner Unternehmen sind, sondern einem Flächenbrand gleich kommt.

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Siemens Offenbach dabei: DGB Bezirkskonferenz Hessen-Thüringen

Auf der gestrigen DGB Bezirkskonferenz Hessen-Thüringen konnten Siemensianer aus Offenbach auf die Situation im Unternehmen aufmerksam machen. Jürgen Scupin, Leiter der IG Metall Vertrauensleute in Offenbach wurde von zehn Kolleginnen und Kollegen begleietet. Er ging auf die Situation der geplanten Standortschließungen in Offenbach, Erfurt, Leipzig sowie Görlitz und der Massenentlassungen trotz sehr guter wirtschaftlicher Lage bei der Siemens AG ein. Seine Forderung: “Die Menschen müssen angemessen Berücksichtigung bei wirtschaftlichen Erwägungen finden, gerade bei solch guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie bei Siemens.” Das Unternehmen starte einen Angriff auf die Soziale Marktwirtschaft, wenn das Management seine Forderungen nach Standortschließungen und betriebsbedingten Kündigungen nicht zurücknimmt. Damit kündige Siemens eine Errungenschaft auf, die bisher gesellschaftlicher Konsens zu sein scheine. Er sagte weiter: “Wir, IG Metall und Betriebsräte, fordern vom Management eine Strategie für den Standort Deutschland. Es muss endlich mit Zukunftskonzepten  in den Standort Deutschland und seine hochqualifizierten Mitarbeiter investierte werden. Standortschließungen und betriebsbedingte Kündigungen sind nämlich gerade NICHT alternativlos.” Der hessische Sozialminister Grüttner war zu diesem Zeitpunkt auf der Konferenz zugegen.

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Fotos: Frank Rumpenhorst
Datum: 9.12.2017