Siemens-Beschäftigte demonstrierten in die Offenbacher Innenstadt

Rund 500 Beschäftigte zogen lautstark vom Siemens Standort Offenbach heute in die Offenbacher Innenstadt. Sie skandierten eins, zwei, drei, vier – unsere Arbeitsplätze bleiben hier. „In Zeiten von Digitalisierung verstehe ich überhaupt nicht, warum der Engineering-Standort Offenbach, also Forschung und Entwicklung, nicht da bleiben kann, wo die Menschen wohnen“, sagte Michael Rudolph, DGB-Bezirksvorsitzender Hessen-Thüringen. Thorsten Schäfer-Gümbel, SPD-Landesvorsitzender Hessen: „Die Dividende wird das Unternehmen nicht retten, sondern nur die Kompetenzen der Beschäftigten.“

Marita Weber, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach, sagte auf der Kundgebung: „Der Arbeitsplatzabbau bei Siemens macht gerade ‚Schule‘ bundesweit und wie man bei GE electric und Thyssen sehen kann. Wir werden gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aller Siemens-Standorte weiter um die Arbeitsplätze kämpfen.“

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Solidarität mit den Beschäftigten GE Mannheim

Gestern war ein schwarzer Tag für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von GE in Mannheim. Das ehemals stolze Werk in Mannheim Käfertal soll trotz hoher Gewinne kaputtschrumpfen. Von den derzeit noch 750 Mitarbeitern sollen 650 abgebaut werden. Wieder werden „Der Markt“ und „die Energiewende“ bemüht, um jeglichen Mangel an Perspektiven und sozialer Verantwortung zu rechtfertigen. Wie bei Siemens, ist auch der Power-Bereich von GE noch äußerst profitabel. Das Verhalten von Unternehmen wie Siemens und GE zeigt, dass soziale Verantwortungslosigkeit nicht ein Phänomen einzelner Unternehmen sind, sondern einem Flächenbrand gleich kommt.

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Siemens Offenbach dabei: DGB Bezirkskonferenz Hessen-Thüringen

Auf der gestrigen DGB Bezirkskonferenz Hessen-Thüringen konnten Siemensianer aus Offenbach auf die Situation im Unternehmen aufmerksam machen. Jürgen Scupin, Leiter der IG Metall Vertrauensleute in Offenbach wurde von zehn Kolleginnen und Kollegen begleietet. Er ging auf die Situation der geplanten Standortschließungen in Offenbach, Erfurt, Leipzig sowie Görlitz und der Massenentlassungen trotz sehr guter wirtschaftlicher Lage bei der Siemens AG ein. Seine Forderung: “Die Menschen müssen angemessen Berücksichtigung bei wirtschaftlichen Erwägungen finden, gerade bei solch guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie bei Siemens.” Das Unternehmen starte einen Angriff auf die Soziale Marktwirtschaft, wenn das Management seine Forderungen nach Standortschließungen und betriebsbedingten Kündigungen nicht zurücknimmt. Damit kündige Siemens eine Errungenschaft auf, die bisher gesellschaftlicher Konsens zu sein scheine. Er sagte weiter: “Wir, IG Metall und Betriebsräte, fordern vom Management eine Strategie für den Standort Deutschland. Es muss endlich mit Zukunftskonzepten  in den Standort Deutschland und seine hochqualifizierten Mitarbeiter investierte werden. Standortschließungen und betriebsbedingte Kündigungen sind nämlich gerade NICHT alternativlos.” Der hessische Sozialminister Grüttner war zu diesem Zeitpunkt auf der Konferenz zugegen.

Bildergalerie
Fotos: Frank Rumpenhorst
Datum: 9.12.2017

 

Hess. Arbeits- und Sozialminister Grüttner: „Weiterführungskonzepte müssen intensiv geprüft werden”

Hessens Arbeits- und Sozialminister, Stefan Grüttner, hat das Anliegen der hessischen Arbeitnehmer zum Erhalt des Siemens-Standortes in Offenbach auf der Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) in Potsdam thematisiert: „Ich habe auch in diesem Gremium deutlich gemacht, dass alles getan werden muss von Seiten des Konzerns, Weiterführungskonzepte für den Standort zu prüfen.“ Alle Beteiligten, allen voran der Konzern Siemens, müssen „intensiv“ und „ernsthaft“ prüfen, ob es Weiterführungskonzepte für den Standort Offenbach geben kann. “Hess. Arbeits- und Sozialminister Grüttner: „Weiterführungskonzepte müssen intensiv geprüft werden”” weiterlesen

“Heimspiel” bei den Offenbacher Stadtverordneten

Parteiübergreifender Konsens unter den Stadtverordneten der Stadt Offenbach und daher ein Heimspiel analog zum letzten Kickers-Spiel am 7. Dezember 2017: Siemens soll in Offenbach bleiben! Die stellvertretende Leiterin des IG Metall Vertrauenskörpers Anne Böhm und die Kollegin Jennifer Sinner kamen im Rathaus Offenbach mit Stadtverordneten ins Gespräch und sammelten Unterschriften für unsere Bündniserklärung.

Auf dem Foto: Gregory Engels (Piraten), Christoph Rupp (CDU) und Jennifer Sinner (v.l.n.r.)

Offenbacher Siemensianer waren dabei: Aktion zur Tarifverhandlung in Darmstadt

Die mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Offenbacher Betrieben angereisten Siemensianer haben auch am 6. Dezember 2017 breite Solidarität durch die mehr als 1200 Anwesenden erfahren.  Sie waren zur Kundgebung vor der zweiten Tarifverhandlung in der Metall- und Elektroindustrie in Darmstadt angereist. Unser Vertrauensmann und Betriebsrat Heiko Janssen sprach zu unseren Kolleginnen und Kollegen über den Angriff des Managements auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur in Offenbach, sondern gerade auch an den Siemens Standorten in Erfurt, Leipzig und Görlitz, die trotz sprudelnder Gewinne von Standortschließungen und geplanten Massenentlassungen bedroht sind. Mehrere hundert Stützunterschriften für unsere Bündniserklärung wurden, auch mit Hilfe der Auszubildenden von GKN Driveline während der Kundgebung gesammelt.

Weiter Protest und Widerstand

Nach dem Entschluss der Firmenleitung und der Arbeitnehmervertreter, Sondierungsgespräche aufzunehmen und dabei in einem offenen Dialog nach gemeinsamen Lösungen zu suchen, kursieren viele Medienberichte mit einem verzerrenden Tenor – wir stellen klar:

Aussagen, die Arbeitnehmerseite habe eingelenkt und verhandele nun entgegen ihrer ursprünglichen Absicht mit der Firmenseite, entsprechen nicht den Tatsachen. Tatsächlich finden derzeit weder auf Standort-, noch auf Unternehmensebene Beratungen oder gar bereits Verhandlungen statt.

Aus Sicht der IG Metall und des Gesamtbetriebsrates geht es aktuell vielmehr einzig und allein darum zu prüfen, ob beziehungsweise wie der bisher herrschende Stillstand durch einen offenen Dialog zu durchbrechen ist.

Die geplanten Einschnitte lehnen IG Metall und Gesamtbetriebsrat nach wie vor ohne jede Einschränkung ab, weshalb auch die Belegschaften auf lokaler Ebene weiter zu Protest und Widerstand aufgerufen sind.

Mit anderen Worten: Wir kämpfen weiter gegen den Kahlschlag – Mensch vor Marge!