Hess. Arbeits- und Sozialminister Grüttner: „Weiterführungskonzepte müssen intensiv geprüft werden”

Hessens Arbeits- und Sozialminister, Stefan Grüttner, hat das Anliegen der hessischen Arbeitnehmer zum Erhalt des Siemens-Standortes in Offenbach auf der Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) in Potsdam thematisiert: „Ich habe auch in diesem Gremium deutlich gemacht, dass alles getan werden muss von Seiten des Konzerns, Weiterführungskonzepte für den Standort zu prüfen.“ Alle Beteiligten, allen voran der Konzern Siemens, müssen „intensiv“ und „ernsthaft“ prüfen, ob es Weiterführungskonzepte für den Standort Offenbach geben kann. “Hess. Arbeits- und Sozialminister Grüttner: „Weiterführungskonzepte müssen intensiv geprüft werden”” weiterlesen

“Heimspiel” bei den Offenbacher Stadtverordneten

Parteiübergreifender Konsens unter den Stadtverordneten der Stadt Offenbach und daher ein Heimspiel analog zum letzten Kickers-Spiel am 7. Dezember 2017: Siemens soll in Offenbach bleiben! Die stellvertretende Leiterin des IG Metall Vertrauenskörpers Anne Böhm und die Kollegin Jennifer Sinner kamen im Rathaus Offenbach mit Stadtverordneten ins Gespräch und sammelten Unterschriften für unsere Bündniserklärung.

Auf dem Foto: Gregory Engels (Piraten), Christoph Rupp (CDU) und Jennifer Sinner (v.l.n.r.)

Offenbacher Siemensianer waren dabei: Aktion zur Tarifverhandlung in Darmstadt

Die mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Offenbacher Betrieben angereisten Siemensianer haben auch am 6. Dezember 2017 breite Solidarität durch die mehr als 1200 Anwesenden erfahren.  Sie waren zur Kundgebung vor der zweiten Tarifverhandlung in der Metall- und Elektroindustrie in Darmstadt angereist. Unser Vertrauensmann und Betriebsrat Heiko Janssen sprach zu unseren Kolleginnen und Kollegen über den Angriff des Managements auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur in Offenbach, sondern gerade auch an den Siemens Standorten in Erfurt, Leipzig und Görlitz, die trotz sprudelnder Gewinne von Standortschließungen und geplanten Massenentlassungen bedroht sind. Mehrere hundert Stützunterschriften für unsere Bündniserklärung wurden, auch mit Hilfe der Auszubildenden von GKN Driveline während der Kundgebung gesammelt.

Weiter Protest und Widerstand

Nach dem Entschluss der Firmenleitung und der Arbeitnehmervertreter, Sondierungsgespräche aufzunehmen und dabei in einem offenen Dialog nach gemeinsamen Lösungen zu suchen, kursieren viele Medienberichte mit einem verzerrenden Tenor – wir stellen klar:

Aussagen, die Arbeitnehmerseite habe eingelenkt und verhandele nun entgegen ihrer ursprünglichen Absicht mit der Firmenseite, entsprechen nicht den Tatsachen. Tatsächlich finden derzeit weder auf Standort-, noch auf Unternehmensebene Beratungen oder gar bereits Verhandlungen statt.

Aus Sicht der IG Metall und des Gesamtbetriebsrates geht es aktuell vielmehr einzig und allein darum zu prüfen, ob beziehungsweise wie der bisher herrschende Stillstand durch einen offenen Dialog zu durchbrechen ist.

Die geplanten Einschnitte lehnen IG Metall und Gesamtbetriebsrat nach wie vor ohne jede Einschränkung ab, weshalb auch die Belegschaften auf lokaler Ebene weiter zu Protest und Widerstand aufgerufen sind.

Mit anderen Worten: Wir kämpfen weiter gegen den Kahlschlag – Mensch vor Marge!

Protest geht weiter – IG Metall und Politik kritisieren Siemens

Eine Stunde vor der Mitarbeiterversammlung protestierten gestern 500 Beschäftigte des Siemens Standortes Offenbach. “Euer Druck hat dafür gesort, dass wir heute di Unterstützun aller Parteien aus dem hessischen Landtag bekommen,” sagte Marita Weber, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach, auf der Kundgebung. Als »nur noch zynisch« bewertet Marita Weber, Erste Bevollmächtigte der IG Metall in Offenbach, ein Schreiben des Siemens-Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser an die Siemens-Beschäftigten, in dem er den Interessenvertretern mangelnde Kooperation vorwarf und ihnen die Schuld für die Verunsicherung der Beschäftigten gab: »Das ist schon eine Frechheit. Alleine in Offenbach stehen hunderte Arbeitsplätze auf dem Spiel und die Konzernleitung versucht in dieser Situation, die Belegschaft zu spalten«, kritisiert Weber dieses Vorgehen. “Protest geht weiter – IG Metall und Politik kritisieren Siemens” weiterlesen

Demonstration der Siemens-Beschäftigten in Berlin: “Kaeser will Offenbacher Eiche fällen”

Sie haben keine Mühen gescheut: Bereits am Abend zuvor um 23:00 Uhr machten sich 30 Siemensianer des Standorts Offenbach auf den Weg Richtung Berlin, um bei der Demonstration am 23. November 2017 anlässlich der jährlichen Betriebsräteversammlung mit dabei zu sein. Matthias Tiessen, Offenbacher Betriebsratsvorsitzende kritisierte die Kurzatmigkeit und Perspektivlosigkeit der Unternehmenspolitik mit einem Hinweis auf das Stadtemblem mit den Worten: “Oberförster Kaeser läuft durch den blattlosen Winterwald, in dem die Offenbacher Eiche neben vielen anderen Siemens-Eichen steht und fällt sie, weil er sie für tot hält. Auf den Winter folgt der Frühling”. “Demonstration der Siemens-Beschäftigten in Berlin: “Kaeser will Offenbacher Eiche fällen”” weiterlesen

600 Beschäftigte demonstrierten

Von der heutigen Betriebsversammlung erwarteten die Beschäftigten von Siemens Offenbach klare Aussagen über die ihre Zukunft. Diese Erwartung wurde tief enttäuscht. „Die Kommunikation mit der Belegschaft ist unsäglich,“ sagte Matthias Tiessen in der Betriebsversammlung. „Ich erwarte dass das Unternehmen den Beschäftigten eindeutig sagt, wie Ihre Zukunft aussieht.“ Ihren Unmut bekundeten die Beschäftigten auf der Straße. 600 Beschäftigte folgten dem Aufruf der IG Metall Offenbach zu einer Demonstration um das Firmengelände am Offenbacher-Kaiserlei und zeigten der Konzernleitung symbolisch die Rote Karte. Horst Schneider, Oberbürgermeister der Stadt Offenbach, sagte den Beschäftigten die Unterstützung der Stadt Offenbach zu. “600 Beschäftigte demonstrierten” weiterlesen